DAS URANTIA BUCH - Schrift 27. Das Wirken der Primären Supernaphim

(UF-GER-001-2015-1)

DAS URANTIA BUCH   

Teil I: Das Zentraluniversum und Superuniversen

Schrift 27. Das Wirken der Primären Supernaphim



Schrift 27. Das Wirken der Primären Supernaphim

27:0.1 (298.1) DIE primären Supernaphim sind die himmlischen Diener der Gottheiten auf der ewigen Paradies-Insel. Nie ist einer von ihnen von den Pfaden des Lichts und der Rechtschaffenheit abgewichen. Die Namensverzeichnisse vermelden sie vollständig; seit der Ewigkeit hat sich nicht ein einziger dieses herrlichen Heers verirrt. Diese hohen Supernaphim sind vollkommene Wesen; sie sind suprem an Vollkommenheit, aber sie sind weder absonit noch absolut. Diese Kinder des Unendlichen Geistes sind die Essenz der Vollkommenheit, und sie arbeiten auswechselbar und beliebig in allen Phasen ihrer mannigfachen Aufgaben. Sie wirken außerhalb des Paradieses nicht in großem Maßstab, obwohl sie an den verschiedenen Jahrtausendzusammenkünften und -gruppentreffen des Zentraluniversums teilnehmen. Sie ziehen auch als Sonderbotschafter der Gottheiten aus, und in großer Zahl steigen sie auf, um Technische Berater zu werden.

27:0.2 (298.2) Den primären Supernaphim wird auch auf Welten, die infolge von Rebellion isoliert sind, die Befehlsgewalt über die seraphischen Heerscharen übertragen. Wenn sich ein Paradies-Sohn auf einer solchen Welt hingibt, seine Sendung beschließt, zum Universalen Vater aufsteigt, angenommen wird und als beglaubigter Befreier dieser isolierten Welt zurückkehrt, bestimmen die Leiter der Zuteilung stets einen primären Supernaphen, um den Befehl über die auf der neulich zurückgewonnenen Sphäre arbeitenden dienenden Geiste zu übernehmen. Die dieses besondere Amt ausübenden Supernaphim werden periodisch ausgewechselt. Der gegenwärtige „Chef der Seraphim“ auf Urantia ist der zweite seiner Ordnung, der diesen Dienst seit der Selbsthingabe von Christus Michael versieht.

27:0.3 (298.3) Seit der Ewigkeit haben die primären Seraphim auf der Insel des Lichts gedient und sich in Führungsmission auf die Welten des Raums hinausbegeben, aber in ihrer jetzigen Klassifizierung wirken sie erst seit dem Eintreffen der Pilger der Zeit aus Havona im Paradies. Diese hohen Engel wirken jetzt hauptsächlich in den folgenden sieben Dienstordnungen:

27:0.4 (298.4) 1. Leiter der Anbetung.

27:0.5 (298.5) 2. Meister der Philosophie.

27:0.6 (298.6) 3. Hüter des Wissens.

27:0.7 (298.7) 4. Unterweiser im Verhalten.

27:0.8 (298.8) 5. Interpreten der Ethik.

27:0.9 (298.9) 6. Leiter der Zuteilung.

27:0.10 (298.10) 7. Anleiter zur Ruhe.

27:0.11 (298.11) Erst wenn die aufsteigenden Pilger tatsächlich das Wohnrecht im Paradies gewonnen haben, kommen sie unter den unmittelbaren Einfluss der Supernaphim und machen dann unter Leitung dieser Engel eine Ausbildung in der umgekehrten Reihenfolge ihrer Nennung durch. Das heißt, dass ihr zu Beginn eures Werdegangs im Paradies von den Anleitern zur Ruhe betreut werdet und nach aufeinander folgenden Perioden mit den dazwischenliegenden Ordnungen eure Ausbildungszeit unter den Leitern der Anbetung beschließt. Danach seid ihr bereit, die endlose Laufbahn eines Finalisten anzutreten.

1. Die Anleiter zur Ruhe

27:1.1 (299.1) Die Anleiter zur Ruhe sind die Inspektoren des Paradieses, die von der Zentralinsel auf den inneren Kreis Havonas kommen, um dort mit ihren Kollegen, den Vollendern der Ruhe der sekundären Ordnung der Supernaphim zusammenzuarbeiten. Um sich des Paradieses erfreuen zu können, ist eines ganz wesentlich, nämlich die Ruhe, die göttliche Ruhe; und die Anleiter zur Ruhe sind die letzten Ausbilder, die die Pilger der Zeit für deren Eingehen in die Ewigkeit bereit machen. Sie beginnen mit ihrer Arbeit auf dem letzten Kreis des Vollbringens des Zentraluniversums und setzen sie fort, wenn die Pilger aus dem letzten Übergangsschlaf aufwachen, jenem Schlummer, der den Übertritt eines Geschöpfes des Raums in das Reich des Ewigen bestätigt.

27:1.2 (299.2) Die Ruhe ist siebenfacher Natur: Es gibt die Ruhe des Schlafes und des Spiels bei den tieferstehenden Lebensordnungen, diejenige der Entdeckung bei den höheren Wesen und die Ruhe der Anbetung beim höchsten Typus von Geistpersönlichkeiten. Dann gibt es die normale Ruhe zur Aufnahme von Energie, das Wiederaufladen der Wesen mit physischer oder geistiger Energie. Ferner gibt es den Transitschlaf, den unbewussten Schlummer im einseraphierten Zustand während des Flugs von einer Sphäre zur anderen. Völlig verschieden von all diesen Arten ist der Tiefschlaf der Verwandlung, die Ruhe des Übergangs von einem Daseinszustand in einen anderen, von einem Leben in ein anderes, von einer Existenzart in eine andere, der Schlaf, der immer mit dem Übergang von einem gegebenen Status im Universum zum nächsten verbunden ist, im Gegensatz zu der Entwicklung, die innerhalb ein und desselben Status verschiedene Stadien durchläuft.

27:1.3 (299.3) Aber der letzte verwandelnde Schlaf ist mehr als jene vorangehenden Arten des Übergangsschlafs, die jede neue Statusbewältigung der aufsteigenden Laufbahn gekennzeichnet hatten; dank ihm durchbrechen die Geschöpfe von Zeit und Raum die innersten Grenzen des Zeitlichen und Räumlichen, um den Niederlassungsstatus in den zeit- und raumlosen Wohnungen des Paradieses zu gewinnen. Die Anleiter zur Ruhe und die Vollender der Ruhe sind für diese transzendente Verwandlung ebenso unentbehrlich wie die Seraphim und ihre Mitarbeiter für das Fortleben der sterblichen Geschöpfe nach dem Tod.

27:1.4 (299.4) Ihr tretet auf dem letzten Kreis Havonas in die Ruhe ein und aufersteht für alle Ewigkeit im Paradies. Und sobald ihr dort als geistige Person neu ersteht, werdet ihr allsogleich in dem euch am ewigen Gestade willkommen heißenden Anleiter zur Ruhe denselben primären Supernaphen wieder erkennen, der euren Schlaf auf dem innersten Kreis Havonas herbeigeführt hatte; und ihr werdet euch an die letzte große Zerreißprobe eures Glaubens erinnern, als ihr euch einmal mehr anschicktet, die Hut eurer Identität in die Hände des Universalen Vaters zu legen.

27:1.5 (299.5) Ihr habt die letzte Ruhe der Zeit genossen; ihr seid durch die Erfahrung des letzten Übergangsschlafs gegangen; nun erwacht ihr zum ewigen Leben an den Gestaden der ewigen Wohnstätte. „Und dort wird es keinen Schlaf mehr geben. Die Gegenwart Gottes und seines Sohnes sind vor euch, und ihr seid auf ewig seine Diener; ihr habt sein Angesicht gesehen, und sein Name ist euer Geist. Dort wird es keine Nacht geben; und sie haben kein Sonnenlicht nötig, denn der Große Zentrale Ursprung spendet ihnen Licht; sie werden leben ohne Ende. Und Gott wird alle Tränen von ihren Augen wischen; es wird keinen Tod mehr geben, weder Leid noch Wehklagen noch irgendwelchen Schmerz, denn die früheren Dinge sind vorbei.“

2. Die Leiter der Zuteilung

27:2.1 (300.1) Dies ist die Gruppe, welcher der oberste Supernaph, „der originale Urmuster-Engel“, von Zeit zu Zeit die Aufgabe überträgt, die Organisation aller drei Engelsordnungen — der primären, sekundären und tertiären — zu leiten. Als Körperschaft regieren sich die Supernaphim völlig selbständig und bestimmen ihre eigenen Regeln, wenn man von den Funktionen ihres gemeinsamen Oberhauptes, des ersten Engels des Paradieses, absieht, der stets all diesen Geistpersönlichkeiten vorsteht.

27:2.2 (300.2) Die Engel der Zuteilung haben viel mit den verherrlichten sterblichen Bewohnern des Paradieses zu tun, bevor diese in das Korps der Finalität aufgenommen werden. Studium und Ausbildung sind nicht die ausschließlichen Beschäftigungen der Ankömmlinge im Paradies; das Dienen spielt auch eine wesentliche Rolle in den erzieherischen Erfahrungen der Vorfinalisten des Paradieses. Und ich habe beobachtet, dass die aufsteigenden Sterblichen während ihrer Freizeitperioden eine Vorliebe für brüderliche Kontakte mit dem Reservekorps der superaphischen Leiter der Zuteilung zeigen.

27:2.3 (300.3) Wenn ihr sterblichen Aufsteiger das Paradies erreicht, beinhalten eure gesellschaftlichen Beziehungen sehr viel mehr als nur den Kontakt mit einem Heer hoher göttlicher Wesen und mit der vertrauten Menge verherrlichter Mitsterblicher. Ihr müsst auch mit über dreitausend verschiedenen Ordnungen von Paradies-Bürgern brüderlich umgehen sowie mit den verschiedenartigen Gruppen der Transzendentalen und zahlreichen anderen Typen dauernder und zeitweiliger Paradies-Bewohner, die auf Urantia nicht offenbart worden sind. Nach anhaltenden Kontakten mit diesen mächtigen Intelligenzen des Paradieses ist es sehr entspannend, sich mit Wesen des Verstandestyps der Engel zu unterhalten; denn sie erinnern die Sterblichen der Zeit an die Seraphim, mit denen sie so lange in Kontakt gestanden und erfrischende Gemeinschaft gepflegt haben.

3. Die Interpreten der Ethik

27:3.1 (300.4) Je höher man auf der Leiter des Lebens steigt, umso größere Aufmerksamkeit muss man der Universumsethik schenken. Ethisches Bewusstsein eines Einzelwesens ist einfach seine Anerkennung der Rechte, die der Existenz sämtlicher anderen Einzelwesen innewohnen. Aber die geistige Ethik geht weit über die menschliche und sogar morontielle Vorstellung von persönlichen und Gruppenbeziehungen hinaus.

27:3.2 (300.5) Die Ethik ist den Pilgern der Zeit während ihres langen Aufstiegs zur Herrlichkeit des Paradieses gebührend gelehrt und von ihnen gelernt worden. Während sich ihre auf den Geburtswelten des Raums begonnene, nach oben und innen zielende Laufbahn entwickelte, fügten die Aufsteiger ihrem sich ständig erweiternden Kreis universeller Mitarbeiter immer weitere Gruppen hinzu. Jede neue Gruppe von Kollegen, der man begegnet, fügt eine zusätzliche ethische Ebene hinzu, die erkannt und auf die eingegangen werden muss, bis die Zeit kommt, da die aufsteigenden Sterblichen das Paradies erreichen und dringend jemanden brauchen, der ihnen bei der ethischen Interpretation helfenden und freundlichen Rat zuteil werden lässt. Sie haben nicht nötig, dass man sie Ethik lehrt, aber was ihnen jetzt nottut, da sie der außerordentlichen Aufgabe gegenüberstehen, mit so viel Neuem in Berührung zu kommen, ist jemand, der ihnen das, was sie so mühsam erlernt haben, auch richtig interpretiert.

27:3.3 (300.6) Die Interpreten der Ethik leisten den Neuankömmlingen im Paradies einen unschätzbaren Dienst, indem sie ihnen während der ereignisreichen Periode, die sich von der Gewinnung des Status eines Wohnberechtigten bis zur förmlichen Aufnahme in das Finalitätskorps der Sterblichen erstreckt, dabei helfen, sich auf verschiedene Gruppen erhabener Wesen einzustimmen. Die aufsteigenden Pilger sind vielen der zahlreichen Typen von Paradies-Bürgern auf den sieben Kreisen Havonas bereits begegnet. Die verherrlichten Sterblichen haben sich auf dem inneren Kreis Havonas, wo die durch Geschöpfe trinitisierten Söhne des gemeinsamen Korps einen Großteil ihrer Erziehung erhalten, auch eines engen Kontaktes mit diesen Wesen erfreut. Und auf den anderen Kreisen sind die aufsteigenden Pilger zahlreichen nicht offenbarten ständigen Bewohnern des Paradies-Havona-Systems begegnet, die dort in Gruppen ausgebildet werden, um sich auf die nicht offenbarten Verwendungen der Zukunft vorzubereiten.

27:3.4 (301.1) All diese himmlischen Kameradschaften beruhen stets auf Gegenseitigkeit. Als aufsteigende Sterbliche bereichert nicht nur ihr euch im Kontakt mit den fortlaufend angetroffenen Universumskameraden und so zahlreichen Ordnungen immer göttlicherer Gefährten, sondern ihr gebt jedem von diesen brüderlichen Wesen etwas von eurer eigenen Persönlichkeit und Erfahrung mit, die jedes von ihnen für immer anders und besser werden lässt, weil es mit einem aufsteigenden Sterblichen aus den evolutionären Welten von Raum und Zeit verbunden gewesen ist.

4. Die Unterweiser im Verhalten

27:4.1 (301.2) Nachdem die aufsteigenden Sterblichen reichlich über die Ethik der Beziehungen im Paradies ins Bild gesetzt worden sind — einer Ethik, die weder auf nichts sagender Formelhaftigkeit noch auf den Diktaten künstlicher Kasten, sondern vielmehr auf den inhärenten Anstandsformen beruht — finden sie es hilfreich, den Rat der superaphischen Unterweiser im Verhalten zu empfangen, die die neuen Mitglieder der Paradies-Gesellschaft mit den Gepflogenheiten des vollkommenen Benehmens der hohen Wesen bekannt machen, die die zentrale Insel des Lichts und Lebens bewohnen.

27:4.2 (301.3) Harmonie ist der Leitgedanke des Zentraluniversums, und im Paradies herrscht wahrnehmbare Ordnung. Ein angemessenes Verhalten ist wesentlich, um auf Wissen gestützt durch Philosophie zu den geistigen Höhen spontaner Anbetung vorzudringen. Es gibt eine göttliche Technik für die Annäherung an die Göttlichkeit; aber die Pilger müssen bis zu ihrer Ankunft auf dem Paradies mit dem Erwerb dieser Technik warten. Deren Geist wurde ihnen bereits auf den Kreisen Havonas vermittelt, aber die letzte Hand an die Ausbildung der Pilger der Zeit kann erst gelegt werden, nachdem sie die Insel des Lichts erreicht haben.

27:4.3 (301.4) Im Paradies ist das Verhalten völlig spontan, in jeder Beziehung natürlich und frei. Und doch gibt es auf der ewigen Insel eine angemessene und vollkommene Weise, die Dinge zu tun, und die Unterweiser im Verhalten stehen den „Fremden im Gehege“ stets bei, indem sie sie anleiten und ihre Schritte so lenken, dass sie sich völlig unbefangen bewegen können, und indem sie die Pilger zugleich in die Lage versetzen, eine ansonsten unausweichliche Verwirrung und Unsicherheit zu vermeiden. Nur durch eine derartige Vorkehrung konnte endlose Verwirrung vermieden werden; aber nie stellt sich im Paradies Verwirrung ein.

27:4.4 (301.5) Die Unterweiser im Verhalten dienen wirklich als verherrlichte Lehrer und Führer. Ihre hauptsächliche Aufgabe ist es, den neuen sterblichen Bewohnern im Hinblick auf die fast endlose Reihe neuer Situationen und ungewohnter Gepflogenheiten Anleitung zu geben. Trotz der langen Vorbereitung auf das Paradies und der langen Reise dahin kommt es denen, die schließlich den Niederlassungsstatus erlangen, immer noch unaussprechlich seltsam und unerwartet neu vor.

5. Die Hüter des Wissens

27:5.1 (301.6) Die superaphischen Hüter des Wissens sind die höheren „lebendigen Episteln“, die von allen Bewohnern des Paradieses gekannt und gelesen werden. Sie sind die göttlichen Aufzeichnungen der Wahrheit, die lebendigen Bücher wahren Wissens. Ihr habt von Aufzeichnungen im „Buch des Lebens“ gehört. Die Hüter des Wissens sind gerade solch lebendige Bücher, solch vollkommene Aufzeichnungen, die auf den ewigen Tafeln göttlichen Lebens und höchster Gewissheit eingraviert sind. Sie sind in Wahrheit lebende, automatische Bibliotheken. Die Tatsachen der Universen sind diesen primären Supernaphim eingeboren, wirklich in diesen Engeln aufgezeichnet; und die Natur dieser vollkommenen und überreichen Horte der Wahrheit der Ewigkeit und der Intelligenz der Zeit macht es einer Unwahrheit unmöglich, in ihren Verstand einzudringen.

27:5.2 (302.1) Diese Hüter führen für die Bewohner der ewigen Insel zwanglose Ausbildungskurse durch, aber ihre Hauptfunktion besteht in Nachweis und Verifikation. Wer immer sich im Paradies aufhält, kann nach Belieben den lebendigen Hort der besonderen Tatsache oder Wahrheit, die er kennen möchte, an seiner Seite haben. Ganz im Norden der Insel stehen die lebendigen Auffinder des Wissens zur Verfügung, die den Leiter der Gruppe bezeichnen, die im Besitz der gesuchten Information ist, und augenblicklich erscheinen die strahlenden Wesen, die genau das sind, was ihr zu wissen wünscht. Ihr braucht die Erleuchtung nicht länger aus fein säuberlich geschriebenen Seiten zu gewinnen; ihr kommuniziert jetzt mit lebendiger Intelligenz von Angesicht zu Angesicht. So erhaltet ihr das höchste Wissen durch lebendige Wesen, die seine endgültigen Hüter sind.

27:5.3 (302.2) Wenn ihr jenen Supernaphen ausfindig gemacht habt, der genau das ist, was ihr zu verifizieren wünscht, werden euch diesbezüglich alle bekannten Tatsachen aller Universen zur Verfügung stehen, denn diese Hüter des Wissens sind die endgültigen und lebendigen Zusammenfassungen des gewaltigen Netzwerks der Chronisten-Engel, von den Seraphim und Sekonaphim der Lokal- und Superuniversen bis zu den Hauptchronisten der tertiären Supernaphim in Havona. Aber diese lebendige Anhäufung von Wissen ist zu unterscheiden von den offiziellen Archiven des Paradieses, der kumulativen Zusammenfassung der universellen Geschichte.

27:5.4 (302.3) Die Weisheit der Wahrheit nimmt ihren Ursprung in der Göttlichkeit des Zentraluniversums, aber Wissen, erfahrungsmäßiges Wissen, entspringt weitgehend in den Reichen von Zeit und Raum — daher die Notwendigkeit, die gewaltigen Organisationen der unter der Schirmherrschaft der himmlischen Chronisten stehenden Chronisten-Seraphim und -Supernaphim aufrechtzuerhalten.

27:5.5 (302.4) Diese primären Supernaphim, von Natur aus im Besitz des universellen Wissens, sind auch für seine Organisierung und Klassifizierung verantwortlich. Bei ihrer Konstituierung als lebendige Handbibliothek des Universums der Universen brachten sie das Wissen in sieben großen Ordnungen unter, von denen jede etwa eine Million Unterabteilungen besitzt. Die Leichtigkeit, mit der die Bewohner des Paradieses diesen gewaltigen Wissensvorrat befragen können, verdanken sie einzig den freiwilligen und weisen Anstrengungen der Hüter des Wissens. Die Hüter sind auch die hohen Lehrer des Zentraluniversums, die ihre lebendigen Schätze freigebig an alle Wesen auf allen Kreisen Havonas austeilen, und sie werden, wenn auch indirekt, von den Gerichtshöfen der Ältesten der Tage ausgiebig benutzt. Aber diese lebendige Bibliothek, die dem Zentraluniversum und den Superuniversen zur Verfügung steht, ist für die Lokalschöpfungen unzugänglich. Nur auf Umwegen und über die Reflexivität gelangen die Lokaluniversen in den Genuss der Wohltaten des Paradies-Wissens.

6. Die Meister der Philosophie

27:6.1 (302.5) An zweiter Stelle nach der höchsten Befriedigung der Anbetung kommt die Heiterkeit der Philosophie. Nie werdet ihr so hoch hinaufsteigen oder so weit vorrücken, dass nicht noch tausend Mysterien übrig blieben, die zum Versuch ihrer Erhellung den Einsatz der Philosophie erfordern.

27:6.2 (302.6) Es ist für die Meister der Philosophie des Paradieses eine große Genugtuung, den Verstand der einheimischen sowie aufsteigenden Bewohner bei der heiteren Tätigkeit anzuleiten, sich an die Lösung von Universumsproblemen zu wagen. Diese superaphischen Meister der Philosophie sind die „Weisen des Himmels“, die weisen Wesen, die sich bei ihrem Bemühen, das Unbekannte in den Griff zu bekommen, auf die Wahrheit des Wissens und die Tatsachen der Erfahrung stützen. Bei ihnen erreicht das Wissen die Wahrheit und steigt die Erfahrung zur Weisheit empor. Im Paradies erleben die aufsteigenden Persönlichkeiten des Raums die Höhen des Daseins: Sie haben das Wissen; sie kennen die Wahrheit; sie können philosophieren — die Wahrheit denken; sie können sogar versuchen, der Konzepte des Ultimen mächtig zu werden, und danach streben, die Techniken der Absoluten zu erfassen.

27:6.3 (303.1) Ganz im Süden der gewaltigen Paradies-Domäne leiten die Meister der Philosophie anspruchsvolle Kurse in den siebzig funktionellen Abteilungen der Weisheit. Hier dozieren sie über die Pläne und Vorhaben der Unendlichkeit und versuchen, die Erfahrungen all derer, die Zugang zu ihrer Weisheit haben, zu koordinieren und ihr Wissen zurechtzulegen. Sie haben gegenüber verschiedenen Universumsproblemen eine hochspezialisierte Haltung entwickelt, aber zu ihren Schlussfolgerungen gelangen sie stets in gleich bleibender Einhelligkeit.

27:6.4 (303.2) Diese Philosophen des Paradieses lehren mittels jeder möglichen Unterweisungsmethode einschließlich der höheren Havona-Technik graphischer Darstellung und gewisser Paradies-Methoden der Informationsvermittlung. All diese höheren Techniken der Wissens- und Ideenvermittlung liegen völlig jenseits des Fassungsvermögens selbst des höchstentwickelten menschlichen Verstandes. Eine Unterrichtsstunde im Paradies entspräche etwa zehntausend Jahren der Wort-Erinnerungs-Methoden Urantias. Ihr könnt solche Kommunikationstechniken nicht fassen, und es gibt in menschlicher Erfahrung ganz einfach nichts, womit man sie vergleichen könnte, nichts, womit sie in Verbindung gebracht werden könnten.

27:6.5 (303.3) Die Meister der Philosophie empfinden die allerhöchste Freude, wenn sie den von den Welten des Raums aufgestiegenen Wesen ihre Interpretation vom Universum der Universen vermitteln können. Und obwohl die Philosophie in ihren Schlüssen nie so eindeutig sein kann wie die Tatsachen des Wissens oder die Wahrheiten der Erfahrung, so werdet ihr doch, nachdem ihr diese primären Supernaphim über die ungelösten Probleme der Ewigkeit und die Leistungen der Absoluten habt dozieren hören, in euch bezüglich dieser ungeklärten Fragen eine gewisse dauernde Genugtuung empfinden.

27:6.6 (303.4) Diese intellektuellen Beschäftigungen des Paradieses werden nicht in die Ferne ausgestrahlt; die Philosophie der Vollkommenheit ist nur für die persönlich Anwesenden bestimmt. Die umkreisenden Schöpfungen erfahren von diesen Lehren nur durch Vermittlung derer, die durch diese Erfahrung gegangen sind und diese Weisheit danach in die Universen des Raums hinausgetragen haben.

7. Die Leiter der Anbetung

27:7.1 (303.5) Die Anbetung ist das höchste Vorrecht und die erste Pflicht aller erschaffenen Intelligenzen. Anbetung ist der bewusste und frohe Akt, durch den man die Wahrheit und Tatsache der innigen persönlichen Beziehungen der Schöpfer zu ihren Geschöpfen anerkennt und dankbar annimmt. Die Qualität der Anbetung wird von der Tiefe der Wahrnehmung des Geschöpfes bestimmt; und je weiter man in der Kenntnis des unendlichen Charakters der Götter fortschreitet, umso allumfassender wird der Akt der Anbetung, bis er schließlich die Herrlichkeit höchsten erfahrbaren Entzückens erreicht und zur sublimsten Freude wird, die erschaffene Wesen kennen können.

27:7.2 (303.6) Obwohl die Paradies-Insel bestimmte Orte der Anbetung besitzt, ist sie viel eher ein einziges gewaltiges Heiligtum göttlichen Dienstes. Die Anbetung ist die oberste und beherrschende Leidenschaft aller, die bis zu den glückseligen Gestaden aufgestiegen sind — ist ein spontanes Überschäumen von Wesen, die über Gott genug erfahren haben, um seine Gegenwart zu erreichen. Während der Reise durch Havona nach innen wird die Anbetung mit jedem Kreis zu einer immer mächtigeren Leidenschaft, bis es im Paradies nötig wird, ihren Ausdruck zu lenken und anderswie zu kontrollieren.

27:7.3 (304.1) Die periodischen spontanen, in Gruppen erlebten und anderen besonderen Ausbrüche höchster Anbetung und geistiger Lobpreisung, deren man sich im Paradies erfreut, finden unter der Leitung eines Sonderkorps primärer Supernaphim statt. Unter der Aufsicht dieser Leiter der Anbetung erfüllt eine solche Ehrung das Ziel jedes Geschöpfes, höchste Glückseligkeit zu erleben, und erreicht die vollkommenen Höhen sublimen Selbstausdrucks und persönlicher Freude. Alle primären Supernaphim sehnen sich danach, zu Leitern der Anbetung zu werden; und alle aufsteigenden Wesen möchten für immer in der beglückenden Haltung der Anbetung verharren, würden nicht die Leiter der Zuteilung diese Versammlungen periodisch auflösen. Aber kein aufsteigendes Wesen wird je aufgefordert, eine Aufgabe im ewigen Dienst anzutreten, solange es in der Anbetung nicht vollkommene Befriedigung erfahren hat.

27:7.4 (304.2) Aufgabe der Leiter der Anbetung ist es, die aufsteigenden Geschöpfe so in der Anbetung zu unterweisen, dass sie dieses befriedigenden Selbstausdrucks fähig werden, aber gleichzeitig auch in der Lage sind, ihre Aufmerksamkeit den wesentlichen Aktivitäten der im Paradies herrschenden Ordnung zu schenken. Ohne diese verbesserte Anbetungstechnik würde der durchschnittliche, das Paradies erreichende Sterbliche Hunderte von Jahren brauchen, um seinen Gefühlen intelligenter Würdigung und wachsender Dankbarkeit vollen und befriedigenden Ausdruck geben zu können. Die Leiter der Anbetung öffnen neue und bis dahin unbekannte Ausdruckskanäle, damit diese wundervollen, aus dem Schoß des Raums und den Geburtswehen der Zeit hervorgegangenen Kinder in viel kürzerer Zeit befähigt werden, zu den Beglückungen der Anbetung zu gelangen.

27:7.5 (304.3) Alle Künste aller Wesen des ganzen Universums, welche die Fähigkeit zum Selbstausdruck und die Wertschätzung zu intensivieren und zu erhöhen vermögen, werden bei der Anbetung der Paradies-Gottheiten in ihrer höchsten Wirksamkeit eingesetzt. Die Anbetung ist die höchste Freude der Paradies-Existenz; sie ist das erfrischende Spiel des Paradieses. Was das Spiel für eure abgespannten Gemüter auf Erden tut, wird die Anbetung für eure vervollkommneten Seelen im Paradies tun. Die Art und Weise der Anbetung im Paradies liegt völlig jenseits sterblicher Fassungskraft, aber ihren Geist könnt ihr sogar schon hier unten auf Urantia zu würdigen beginnen, denn die Geiste Gottes wohnen eben jetzt in euch, schweben über euch und inspirieren euch zu wahrer Anbetung.

27:7.6 (304.4) Im Paradies gibt es bestimmte Zeiten und Orte für die Anbetung, aber sie reichen nicht aus, um den stets mächtiger überströmenden geistigen Gefühlen gerecht zu werden, die der wachsenden Intelligenz und zunehmenden Erkenntnis des Göttlichen jener strahlenden Wesen entspringen, welche durch Erfahrung zur ewigen Insel aufgestiegen sind. Nie seit den Zeiten Großfandas waren die Supernaphim in der Lage, dem Geist der Anbetung im Paradies voll zu genügen. Immer gibt es einen Überschuss an Anbetungswilligkeit im Vergleich zu den dafür getroffenen Vorbereitungen. Das kommt daher, dass von Natur vollkommene Persönlichkeiten die überwältigenden Reaktionen geistiger Gefühle von Wesen nie voll verstehen können, die sich aus den Tiefen der geistigen Finsternis der niedrigen Welten von Zeit und Raum langsam und mühselig zur Herrlichkeit des Paradieses hinaufgearbeitet haben. Wenn solche Engel und Sterbliche der Zeit die Gegenwart der Paradies-Gewalten erreichen, brechen die während ganzer Zeitalter aufgestauten Gefühle aus ihnen hervor, etwas, was die Engel des Paradieses mit Staunen betrachten und was in den Paradies-Gottheiten die höchste Freude göttlicher Befriedigung auslöst.

27:7.7 (304.5) Manchmal wird das ganze Paradies von einer machtvollen Flut geistigen und anbetenden Ausdrucks überschwemmt. Oft entgleiten solche Phänomene den Leitern der Anbetung, bis dann das dreimal fluktuierende Licht der Wohnstätte der Gottheit aufscheint und bedeutet, dass das göttliche Herz der Götter durch die aufrichtige Anbetung der Paradies-Bewohner — der vollkommenen Bürger der Herrlichkeit und der aufsteigenden Geschöpfe der Zeit — ganz und gar zufriedengestellt worden ist. Welch ein Triumph der angewandten Methode! Welch eine Ernte des ewigen Plans und Vorhabens der Götter, wenn die intelligente Liebe des Geschöpfeskindes die unendliche Liebe des Schöpfervaters vollkommen befriedigt!

27:7.8 (305.1) Nachdem ihr höchste Befriedigung in der Fülle der Anbetung erreicht habt, seid ihr zur Zulassung zum Korps der Finalität qualifiziert. Die aufsteigende Laufbahn ist nahezu abgeschlossen, und die Feier des siebenten Jubiläums steht bevor. Das erste Jubiläum markierte die Übereinstimmung des Sterblichen mit dem Gedankenjustierer, als der Vorsatz fortzuleben besiegelt wurde; das zweite war das Aufwachen im morontiellen Leben; das dritte war die Fusion mit dem Gedankenjustierer; das vierte war das Erwachen in Havona; das fünfte feierte das Finden des Universalen Vaters; und das sechste Jubiläum war das Ereignis des Aufwachens im Paradies aus dem letzten Übergangsschlummer der Zeit. Das siebente Jubiläum markiert den Eintritt in das Korps der sterblichen Finalisten und den Anfang des Ewigkeitsdienstes. Das Erreichen der siebenten Stufe geistiger Verwirklichung durch einen Finalisten wird wahrscheinlich die Feier des ersten der Ewigkeitsjubiläen bedeuten.

27:7.9 (305.2) Und damit endet die Geschichte der Supernaphim des Paradieses, der höchsten Ordnung aller dienenden Geiste, jener Wesen, die euch als universelle Klasse von eurer Ursprungswelt an stets begleiten, bis die Leiter der Anbetung euch schließlich Lebewohl sagen, wenn ihr den ewigen Eid der Trinität ablegt und in das Finalitätskorps der Sterblichen aufgenommen werdet.

27:7.10 (305.3) Der endlose Dienst für die Paradies-Trinität steht jetzt unmittelbar bevor; und nun sieht sich der Finalist vor die Herausforderung des Ultimen Gottes gestellt.

27:7.11 (305.4) [Dargeboten von einem Vervollkommner der Weisheit aus Uversa.]





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